Yoga zur Heilung: 7 Übungen zur Heilung von innen heraus

Aktualisiert am 5. Juli 2025
Yoga zur Heilung
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Yoga zur Heilung

Wir wissen, dass Yoga eine großartige körperliche Praxis ist – es strafft den Körper, fördert die Flexibilität und trägt zur Entspannung bei. Aber es ist auch eine äußerst wirkungsvolle emotionale Praxis.

Wir neigen dazu, Emotionen und vergangene Traumata in unserem Körper zu speichern. Jeglicher Kummer, Liebeskummer oder Prüfungen, die wir erlebt, aber nicht tief empfunden haben, können sich leicht in unserem Körper festsetzen.

Yoga ist ein sehr nützliches Werkzeug, um diese toxischen Energien zu beseitigen und wahre Heilung von innen heraus zu finden.

1. Langes Halten: Lernen, es zu spüren

Wenn wir halten Asanas (Körperhaltungen) Wenn wir längere Zeit vergehen lassen, steigen Gefühle in uns auf. Besonders wenn wir unseren Fokus nach innen richten, werden wir uns dessen, was in uns vorgeht, bewusster.

Langes Verweilen in Posen aktiviert unsere Gefühle und Emotionen. Wir beginnen, uns darauf einzulassen und wirklich zu spüren, was auch immer in uns aufsteigt.

Im Laufe unserer Übung werden wir feststellen, dass bestimmte Posen mehr Spannung erzeugen als andere. Wahrscheinlich sind es genau diese, die uns am meisten wohlzufühlen und zu heilen

Pose: Mandukasana (Froschpose)

Diese Übung zur tiefen Hüftöffnung ist ein idealer Einstieg. Wir tragen oft Spannungen in der Hüfte, und die Froschstellung macht uns das schnell deutlich.

Diese Haltung kann sehr unangenehm sein. Versuche, die Unannehmlichkeiten auszuhalten, Atemzug für Atemzug. Wichtig: Unbehagen und Schmerz sind zwei verschiedene Dinge. Halte die Haltung trotz des Unbehagens aus; beende sie, sobald du Schmerzen verspürst.

2. Erdung: Verbindung von Geist und Körper

Eine starke Verbindung zwischen Geist und Körper herzustellen, ist einer der ersten Schritte zur Heilung vergangener Traumata. Um heilen zu können, müssen wir lernen, nach innen zu schauen.

Yoga hilft uns dabei, denn es bietet uns einen geschützten Raum, um die Empfindungen in unserem Körper zu erforschen. Je mehr Übung wir darin bekommen, unsere inneren Vorgänge wahrzunehmen, desto mehr Emotionen nehmen wir wahr.

Erdende Haltungen helfen uns, eine starke Verbindung zwischen Körper und Geist herzustellen, da wir gleichzeitig in unserem Körper präsent und von der Erde getragen werden. Sie geben uns Raum, gleichzeitig zu fühlen und gehalten zu werden.

Pose: Supta Baddha Konasana (zurückgelehnte gebundene Winkelhaltung)

Supta Baddha Konasana ist eine gute Position, um sich zu erden und vollkommen auf der Matte zu entspannen. Legen Sie eine Hand auf Ihr Herz und die andere auf Ihren Bauch, um Ihre Aufmerksamkeit auf Ihren Atem und den gegenwärtigen Moment zu richten.

Supta Baddha Konasana
Supta Baddha Konasana

3. Hingabe: Emotionale Befreiung

Manchmal müssen wir zum Heilen einfach nur loslassen. Leider ist das Loslassen in der Yoga-Szene zu einem abgedroschenen Klischee geworden.

Loslassen bedeutet jedoch nicht unbedingt, Schmerz oder Wut loszulassen, manchmal bedeutet es, sich ihnen hinzugeben; sie loszulassen .

Oftmals wehren wir uns gegen Gefühle, die sich nicht „gut“ anfühlen. Doch eigentlich sind Gefühle weder gut noch schlecht. Sie sind einfach da. Und nicht das Fühlen selbst ist schmerzhaft, sondern unser Widerstand dagegen.

Manchmal müssen wir uns unseren Gefühlen einfach hingeben, um sie vollständig zu heilen.

Pose: Eka Pada Rajakapotasana (Halbtaubenhaltung)

Die Taubenstellung ist ein wunderbarer Ort, um loszulassen. Da unsere Hüften so viele Emotionen in sich tragen, bleibt uns oft nichts anderes übrig, als uns hinzugeben, wenn wir sie tief öffnen.

Eka Pada Rajakapotasana
Eka Pada Rajakapotasana

Wenn du in der Taubenstellung oft weinst, ist das völlig normal. Indem wir diese Position lange halten, durchbrechen wir die Mauern, die wir um vergangene Traumata errichtet haben, und lassen diese oft durch das Weinen los. Das ist sehr heilsam.

4. Herzöffner: Verletzlichkeit

Hattest du jemals einen „Aha-Moment“ im Yoga-Kurs? So als ob dir plötzlich klar geworden wäre, warum du dich schon so lange auf eine bestimmte Art und Weise gefühlt hast?

Yoga hilft uns, tief in uns hineinzusehen und uns verletzlich zu machen. Verletzlichkeit ist wesentlich für unsere Heilung. Wenn wir nicht verletzlich sein können, verschließen wir uns anderen. Wir errichten Mauern um unser Herz als eine Art „Schutz“, obwohl wir uns damit in Wirklichkeit nur selbst schaden.

Wir müssen in der Lage sein, unsere Herzen zu öffnen, um Selbstliebe und Heilung zu finden und letztendlich andere voll und ganz lieben zu können.

Herzöffnende Posen helfen uns genau dabei. Indem wir unser Herz physisch öffnen, senden wir ein Signal an unser inneres Herz, sich ebenfalls zu öffnen.

Pose: Urdhva Dhanurasana (Radhaltung)

Das Rad ist ein tiefgreifender Herzöffner, der uns hilft, diese Mauern einzureißen und zu lernen, unsere Herzen zu öffnen.

Radpose
Urdhva Dhanurasana

Das ist eine tolle Pose, weil wir unsere Herzen öffnen, aber gleichzeitig Hände und Füße auf dem Boden haben und dadurch geerdet bleiben.

5. Balance: Reagieren vs. Überreagieren

Wenn wir wütend werden, reagieren anstatt überlegt zu handeln . Reaktionen führen dann zu Reue. Wir platzen heraus, ohne nachzudenken oder auch nur kurz durchzuatmen, bevor wir sprechen, und verletzen damit am Ende jemand anderen oder uns selbst.

Yoga schafft Raum, um zu lernen, in angespannten oder unangenehmen Situationen gelassen zu reagieren. Anstatt impulsiv zu reagieren, führt ein besonnenes und freundlicheres Miteinander meist zu einer entspannteren und freundlicheren Begegnung. Und wir werden uns danach höchstwahrscheinlich besser fühlen, als wenn wir überreagiert hätten.

Pose: Natarajasana (Tänzerpose)

Gleichgewichtsübungen helfen uns, angemessen zu reagieren. Wenn wir aus einer Gleichgewichtsübung fallen, wie zum Beispiel aus der Tänzer-Übung, haben wir zwei Möglichkeiten: Wir können uns entweder über den Sturz ärgern und frustriert sein oder tief durchatmen, vielleicht sogar lächeln und gleich wieder in die Übung gehen.

Tänzerpose
Natarajasana

6. Ahimsa: Gewaltlosigkeit

Ahimsa bedeutet übersetzt aus dem Sanskrit „Gewaltlosigkeit“. Es basiert auf dem Konzept, dass alle Lebewesen heilig sind und daher nicht verletzt werden sollten.

Das gilt auch für dich. Wir reden viel darüber, freundlich zu anderen zu sein, vergessen dabei aber manchmal uns selbst. Genauso wie wir andere mit Freundlichkeit und Mitgefühl behandeln sollten, müssen wir auch uns selbst so behandeln.

Viele von uns sind sehr streng mit sich selbst. Sei es in Bezug auf unser Aussehen, unsere Intelligenz oder unseren allgemeinen Lebensstandard. Denken Sie einmal daran, wie Sie mit sich selbst sprechen, wenn Sie einen Fehler machen. Würden Sie genauso mit Ihrem besten Freund oder Ihrer besten Freundin reden?

Yoga lehrt uns, sanft mit uns selbst umzugehen. Wir lernen, uns Ruhe zu gönnen, wenn wir sie brauchen, und auf unseren Körper zu hören. Wenn wir das sowohl auf als auch neben der Matte lernen, werden wir feinfühliger für unsere Gefühle und Emotionen und verstehen, dass wir gut zu uns selbst sein müssen, um zu heilen und Selbstliebe zu finden.

Pose: Balasana (Kindeshaltung)

Oft genügt es, zu den Grundlagen zurückzukehren. Die Kindhaltung erfüllt viele Zwecke, einer davon ist die als Ruheposition.

Kindhaltung
Balasana

Nimm im Kurs immer dann die Kindhaltung ein, wenn dein Körper dir signalisiert, dass du es langsamer angehen sollst. Du kannst sie auch alleine einnehmen, wann immer du dich überfordert fühlst und dir ein paar Momente der Entspannung gönnen möchtest.

7. Selbstermächtigung: Mut

Um vergangene Traumata zu heilen, müssen wir schließlich unsere innere Kraft erwecken. Diese Kraft ist nicht aggressiv oder kontrollierend, sondern selbstbestimmt. Es geht um Zuversicht, Mut, Wahrhaftigkeit; es geht um die Bereitschaft, im eigenen Leben präsent zu sein.

Selbstermächtigung bedeutet, seinen Weg anzuerkennen und nicht davor wegzulaufen. Stattdessen nimmt man ihn an. Und man akzeptiert alles, was man ist – Stärken wie Schwächen.

Pose: Virabhadrasana II (Krieger 2)

Krieger II hilft uns, tief in unsere Kraft einzutauchen. Es entfacht ein Feuer in unseren Beinen und ein Gefühl der Freiheit in unseren Herzen.

Virabhadrasana II
Virabhadrasana II

Lass dich in dieser Pose spielerisch treiben. Experimentiere mit verschiedenen Armbewegungen und verweile einen Moment länger, als du eigentlich möchtest. Du wirst staunen, was in dir zum Vorschein kommt.

Yoga kann Ihnen genauso gut bei der Heilung von Traumata und Herzschmerz helfen wie … Flexibilität und Kraft verbessernAber du musst mit offenem Geist und offenem Herzen auf deine Matte gehen. Tu das, und Heilung wird kommen. Langsam, aber sicher.

Zertifizierung zum Yogalehrer 2025
Meera Watts
Meera Watts ist Inhaberin und Gründerin von Siddhi Yoga International. Sie ist weltweit bekannt für ihre wegweisenden Ideen im Wellnessbereich und wurde als eine der Top 20 internationalen Yoga-Bloggerinnen ausgezeichnet. Ihre Artikel über ganzheitliche Gesundheit erschienen unter anderem im Elephant Journal, CureJoy, FunTimesGuide und OMtimes. 2022 erhielt sie die Auszeichnung „Top 100 Entrepreneur of Singapore“. Meera ist Yogalehrerin und -therapeutin, konzentriert sich aber mittlerweile hauptsächlich auf die Leitung von Siddhi Yoga International, das Bloggen und die Zeit mit ihrer Familie in Singapur.

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